Lebenslauf als Jäger und Naturfotograf - Reisen und Naturerleben

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Lebenslauf als Jäger und Naturfotograf

Ich über mich.

Neben meinem Beruf als selbständiger Architekt in Graz, (Österreich, www.domino-haus.at) hat mich seit frühester Jugend die Wildbeobachtung interessiert, möglichst in unberührten naturbe-belassenen Landschaften. Anfangs beschränkte sich das auf die Region des Hochschwabs (Obersteiermark - Österreich), denn hier findet man noch Gegenden, in denen man mangels an bewirtschafteten Hütten kaum Menschen trifft, und die Natur sich seit hunderten von Jahren in ihrer ursprünglichen Form erhalten hat. Speziell die Wildfotografie hatte es mir angetan.
Aus einem dem Jagen sehr verwandten Denken heraus, wurde ich mir jedoch bald bewusst, dass ich mit dieser Tätigkeit in Konkurrenz mit dem Jagdbetrieb in diesen Revieren kam - Probleme waren praktisch vorprogrammiert.
Da ich keine einseitige Sichtweise hatte und das Jagen nicht grund-sätzlich ablehnte, begann ich über Alternativen nachzudenken.
Ich stellte mir die Frage, worin der Unterschied zwischen meiner bisherigen Tätigkeit, des reinen Beobachtens beziehungsweise Foto-grafierens von Wildtieren und Naturlandschaften, und aktivem Jagen eigentlich bestand. Letztlich lässt sich beides auf den menschlichen Urtrieb des Beutemachens reduzieren. Schließlich ist das erbeutete gute Foto auch so etwas wie eine Trophäe, aber der Unterschied liegt darin, dass man bei der Jagd töten muss. Damit stellte ich mir, als Natur liebender Mensch die Frage, ob dieses Töten eines Tieres zu verantworten ist - schließlich gibt es heute in unserer westlichen Gesellschaft keine Notwendigkeit mehr, Tiere zu jagen, um nicht zu verhungern. (Dabei vergessen wir aber nur allzu leicht, dass das Töten für den Fleischbedarf, tagtäglich in den Schlachthöfen, fern vom Wahrnehmungsvermögen unsere Gesellschaft geschieht.) Das Töten beziehungsweise das Sterben ist dabei ein Tabuthema geworden, das allgemein verdrängt wird. Es wird aus unserem Bewusstsein gelöscht und nicht mehr als natürliche Gegebenheit angesehen.
Ob dieses Beutemachen und das Töten eines Tieres in der heutigen Zeit noch eine Berechtigung haben, darüber lasst sich schwer diskutieren, ich glaube, jeder muss das für sich selbst entscheiden. Aus meiner Sicht sollte das Töten niemals im Vordergrund stehen, sondern es ist immer nur die letzte Konsequenz beim Jagen.



Ich für mich entschied, dass Jagen durchaus eine Ergänzung zu meiner bisherigen Tätigkeit darstellen konnte. Mit dieser Entscheidung drängte sich mir nun die Frage auf was für mich beim Jagen wichtig ist.
Wichtig ist mir die Beziehung zum Wild, zur Natur und das jagdliche Erlebnis. Wichtig ist mir, eine möglichst ursprüngliche Umgebung in der ich jage. Wichtig ist mir, das Jagen unter Einbeziehung aller Sinne -  nicht nur des Sehens, sondern auch das Wahrnehmen über die Sinne des Hörens, des  Riechens, des Tastens und letztlich des Fühlens - dies führt zur Schärfung unserer Instinkte und ist eine Bereicherung für bewusstes Erleben.
Wenn man in der heutigen Zeit nach Rechtfertigungen für die Ausübung der Jagd sucht, fallen mir Begriffe ein wie: Erforderliche Reduktion des Wildstandes wegen des Fehlens von Großraubtieren, sowie eine saubere Verwertung des Wildbrets.
Die Jagdausübung, nach meinen heutigen Vorstellungen, sehe ich in einem engen Zusammenhang mit einem erforderlichen grundlegenden Naturverständnis, welches wir brauchen, um unsere Umwelt auch für unsere Nachkommen zu erhalten. Dabei sehe ich den Jäger primär als Naturschützer und Bewahrer unserer Wildtiere.
Unter Berücksichtigung all dessen was ich zuvor geschrieben habe, ist folgendes Zitat von Ortega y Gasset vielleicht besser verständlich: „Ich jage nicht um zu töten, sondern ich muss töten um gejagt zu haben“.

Ziel meiner Bücher ist es, für Naturliebhaber und Jäger - die noch die Sehnsucht in sich tragen, unberührte Natur zu erleben - eine Art Reise-führer zu sein. Die Fotos sollen es dabei ermöglichen, so hautnah wie möglich teilzuhaben, am Erlebnis, an der Gegend und am jeweiligen Geschehen.
Abschließen möchte ich meine Ausführungen mit einem Zitat von Kai Uwe Denker, mit dem er den Begriff des Jagens zwar nicht zu erklären versucht, aber mit einfachen sehr schönen Worten beschreibt, als: „Einen Versuch eine Leidenschaft verständlich zu machen, die nichts weiter ist als ein uralter Instinkt aus einer Zeit, als der Mensch noch im Einklang mit der Natur lebte und seine Umwelt mit Respekt behandelte“
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü